Nicht immer alles neu erfinden
Innovationen verschaffen Marktvorsprung
Solothurner Innovations-Check einlösen
3. Dezember 2010
Als Innovation gilt nicht nur eine Erfindung. Ideen und Anwendungen aus andern Gebieten – so auch aus der Natur – bilden weitaus häufiger den Ausgangspunkt von Neuheiten auf dem Markt. Damit Innovationen nicht nur per Zufall gelingen, bietet die Solothurner Handelskammer allen Solothurner KMU ihre Hilfe an.
Innovation heisst wörtlich Neuerung oder Erneuerung. Im Wirtschaftsleben hat sich – richtigerweise – eingebürgert, dass erst dann von einer Innovation gesprochen wird, wenn die wirtschaftliche Umsetzung auf dem Markt das Ziel ist. Neuerung bzw. Erneuerung bedeutet vor allem auch, raffinierte Ideen und Anwendungen aus andern Bereichen zu adaptieren, um etwas günstiger, besser, sauberer, leichter, genauer, sicherer, schneller usw. zu erreichen. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um ein Produkt, einen Prozess oder eine Dienstleistung handelt.
Häufiges Vorbild ist die Natur. Eine erfolgreiche Innovation aus der Welt der Vögel sind die kleinen Vertikalflügel aussen an den Tragflächen moderner Flugzeuge. Beim Flug grosser Vögel lässt sich gut beobachten, wie sie beim Gleiten ihre äussersten Flügelfedern auffächern. Damit erzeugen sie weniger Luftwirbel und können Kräfte sparen. Der Flugzeugbau übernahm diese Erkenntnis mit den s.g. «Winglets». Die Flügel werden weniger beansprucht und man spart bis 4% Treibstoff.
Innovationen proaktiv angehen
Aus der Beobachtung anderer Branchen und Märkte resultieren die wertvollsten Ansätze für Neuerungen bzw. Erneuerungen. Weitere ergiebige Quellen sind Fachmessen und Publikationen, aber auch der Stammtisch ausserhalb der Firma. Auch im Internet und den sozialen Medien findet man mit etwas Übung interessante Hinweise über neue Technologien und ihre Herkunft.
Um aber aus diesen Beobachtungen neue Angebote zur Marktreife zu entwickeln, ist es von Bedeutung, dass die Schlüsselpersonen im Unternehmen das Metier „Innovationstechnik“ beherrschen. Darunter versteht man Verfahren zur systematischen Entwicklung neuartiger Problemlösungen und Konzepte in interdisziplinären Teams.
Ein Anliegen der Solothurner Handelskammer und der Wirtschaftsförderung ist deshalb, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unserer KMU zu stärken. Das beginnt mit der aktiven Hilfe bei der Suche nach neuen Technologien und geht über das Knüpfen erster Kontakte mit möglichen Partnern bis hin zum Aufbau eines Ausbildungsmoduls «Innovationsmethoden und -prozesse» für die Aus- und Weiterbildung unserer Fachkräfte und Kader von morgen.
Solothurner Innovations-Check einlösen
Das Wissens- und Technologietransfer-Konsortium Nordwestschweiz WKNW hat vom Bund den Auftrag, auch für KMU des Kantons Solothurn an Fachhochschulen, den beiden Eidg. Technischen Hochschulen und an den Universitäten neue Technologien aufzuspüren, die den Firmen einen zukünftigen Marktvorsprung einbringen können. Dabei geht es nicht nur um Inputs für neue Produkte und Dienstleistungen, sondern auch darum, interne Abläufe und Prozesse zu verbessern.
Der Einstieg erfolgt mit einem Innovationscheck, der für die Unternehmen kostenlos ist. Gehen daraus Verbesserungs- und Innovationspotentiale hervor, kann die Firma eine zweite Phase auslösen. Der WKNW-Coach sucht nun geeignete Innovationspartner, die mit dem Unternehmen zusammen das Projekt realisieren wollen. Finden sich Wirtschafts- und Hochschulpartner und werden dem Projekt gute Realisierungs- und Marktchancen vorausgesagt, bietet der Bund zusätzlich eine Mitfinanzierung an. Patente und andere Rechte darf die Firma beanspruchen.
Die Solothurner Handelskammer sowie die regionalen und kantonalen Wirtschaftsförderungsstellen bieten sich als Vermittler von Innovations-Checks an.
Für Fragen steht Ihnen Herr Roland A. Simonet gerne zur Verfügung.